Zukunftskonferenz ist ein von Marvin Weisbord in den achtziger
Jahren in den USA entwickeltes Konferenzdesign. Nach einem festgelegten
Ablauf können bis zu 72 Personen gemeinsam ihre Zukunft planen.
Zukunftskonferenzen können in Unternehmen wie in Kommunen
durchgeführt werden, sie können in einer ganzen Organisation
genauso stattfinden wie in einem Teil einer Organisation. Sie berücksichtigt
das ganze System und alle seine internen und externen Einflüsse.
Die Organisation mit ihren Teilen wie etwa Unternehmensführung,
Mitarbeiter, Einkauf, Verkauf, Produktion, Betriebsrat, Personalwesen,
Buchhaltung, Controlling, Lager oder aber (auf Gemeindeebene) Bürgermeister,
Politiker, Verwaltung, Umweltamt, Baudirektion, Bauhof, .... sind
dabei Teil eines Systems. Kunden, Lieferanten, Touristen, Bürger
sind ebenso Bestandteil des Systems. Viele einbeziehen, heißt
Viele arbeiten mit, heißt die Sicht wird weiter und umfassender,
heißt die Lösungen werden innovativer und zukunftsweisender.
Die Zukunftskonferenz entspricht trotz ihres 'Alters' dem für die
Zukunft bestimmenden Trend nach dem Blick über den Tellerrand und
nach nachhaltigen Lösungen.
Was ist das Besondere an einer Zukunftskonferenz?
- Der Fokus liegt auf der Gestaltung der Zukunft und nicht
auf gegenwärtigen Problemen. Die Zukunftskonferenz ist
also keine Mediationsinstrument. Probleme werden zwar gesehen
und gespeichert, nicht aber bearbeitet. Ziel und zugleich Ausgangspunkt
ist eine Vision, wie das Unternehmen oder das Thema in einigen
Jahren sein soll - motivierend für alle Teilnehmer.
- Gemeinsamkeiten finden, nicht Konflikte bearbeiten. Unterschiedliche
Sichtweisen sind Bestandteil der Realität. Für eine
gemeinsame Zukunft wird der größte gemeinsame Nenner
gesucht, das stärkt Gemeinschaftsgeist und Mitmachbereischaft.
- Das ganze System in einem Raum. Damit jede Sichtweise
einbezogen wird, sollen alle für ein System wichtigen Gruppen
auf einer Zukunftskonferenz repräsentativ vertreten sein.
Abhängig vom Thema sind das für ein Unternehmen neben
unternehmensinternen Gruppen auch Kunden, Lieferanten, Kooperationspartner,
vielleicht sogar Mitbewerber. Für eine Gemeinde beispielsweise
Verwaltungsmitarbeiter, Politiker, Lehrer, Eltern, Wirtschaftstreibende,
Touristen, Landespolitiker etc. - die Zusammensetzung ist natürlich
immer abhängig vom Thema der Zukunftskonferenz. So entsteht
ein vollständiges Bild.
- Erst Maßnahmen planen, wenn Konsens erreicht ist.
Am Ende der Konferenz besteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl,
viele Informationen wurden erarbeitet, viele Zukunftsszenarien
wurden präsentiert. Am Ende einer Zukunftskonferenz werden
Maßnahmen und Aktionen geplant - und das in meist erstaunlichem
Tempo.
Ergebnisse
- Konkrete Ziele und Maßnahmen, oftmals innovative Durchbrüche
- Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung des Einzelnen
- Starkes Gemeinschaftsgefühl auch oft unterschiedlicher Teilnehmer
- Motivierte Arbeitsgruppen
- Hohe Umsetzungsrate der gefundenen Maßnahmen
Anwendungsmöglichkeiten
- Instrument zur Entwicklung und Umsetzung von Visionen
- Motivierende Kick-off-Veranstaltung für eine weitreichende
strategische Planung
- Integrationsinstrument bei Unternehmensverschmelzungen
- Als Instrument zum Zusammentragen von Informationen (bspw.
um zukünftige Entwicklungen für die eigene Entwicklung nutzen
zu können)
- Immer dann, wenn viele Sichtweisen vereint werden, viele an
der Umsetzung beteiligt werden sollen!
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