Jeder kennt das Phänomen: In langen, intensiven (und teuren) Sitzungen
werden Pläne erstellt, Strategien erarbeitet, Visionen geschaffen.
In einigen Monaten ist nicht mehr viel davon vorhanden, weil der
Informationsfluss durch die Hierarchien zu lange gedauert hat, Probleme
bei der Umsetzung aufgetaucht sind, wichtige Informationen nicht
berücksichtigt wurden.
Ziel der Grossgruppenarbeit ist es, solchen Schwierigkeiten vorzubeugen,
indem möglichst viele Beteiligte gleich in den Entscheidungsprozess
eingebunden werden. Das bedeutet im ersten Schritt nicht unbedingt
weniger Arbeit für die Verantwortlichen, es erhöht aber deutlich
die Wirksamkeit von Strategien, Visionen etc. und zeigt oft auch
bereits im Vorfeld Hindernisse auf, die dann später nicht mit hohen
Kosten wieder beseitigt werden müssen oder die Umsetzung überhaupt
scheitern lassen.
Wir möchten Ihnen zwei Methoden der Grossgruppenarbeit vorstellen,
die nun auch im deutschsprachigen Raum Bedeutung erlangt haben.
Das Bürgerforum versammelt
betroffene Parteien (Bürger) zu einem bestimmten Thema und unter
Anleitung von professionellen Moderatoren in einem Raum. Sie werden
sowohl für offene Themen, wie etwa Mitarbeit bei einem kommunalen
Leitbild oder als Forum für die Erstellung einer lokalen Agenda21
verwendet, als auch für die Behandlung von Entscheidungsfragen,
wie etwa eine Standortfrage, eingesetzt.
In einer Zukunftskonferenz
treffen sich alle Akteure eines Systems für zweieinhalb Tage, entwickeln
eine gemeinsame Vision und planen konkret deren Umsetzung. Das Besondere
daran ist, dass sowohl interne (Mitarbeiter-Gruppen) als auch externe
(z.B. Lieferanten, Kunden etc.) Akteure beteiligt sind und dadurch
das System in seiner Gesamtheit darstellen. Zukunftskonferenzen
werden sowohl in Unternehmen als auch im öffentlichen Bereich erfolgreich
angewandt.
Diese Methoden erfordern jedoch auch Mut. Viele Beteiligte bedeutet
einigen Kooperationsaufwand und schließlich gibt man (scheinbar)
auch Entscheidungsbefugnisse aus der Hand. Doch: Nutzen Sie diese
Methoden als Ergänzung klassischer Managementinstrumente, denn
"den Mutigen gehört die Zukunft"!
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