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: Bürgerforum
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Das Instrument Bürgerforum hat sich im kommunalen Bereich in den
letzten Jahren zunehmend etabliert. Es entspricht dem Trend nach
servicefreundlicher Kommunalverwaltung, die bei der Gestaltung/Adaptierung
ihrer Leistungen oder zur Erarbeitung von Lösungen beteiligte Gruppen
miteinbezieht (Stichwort Bürgerbeteiligung).
Eine solche Veranstaltung ist natürlich mit Aufwand verbunden,
hat aber auch viele Vorteile und 'rentiert' sich meist in kurzer
Zeit.
Welche Punkte müssen besonders beachtet werden?
- Die Gemeindeführung muss dahinter stehen. Ob ein
Bürgerforum nun für die Lösung eines Problems oder
für die Erarbeitung von Lösungen angewendet wird, die
Verwaltung muß bereit sein Ergebnisse zu akzeptieren, in
ihre Entscheidungen einfließen zu lassen und/oder für
gefundene und wirtschaftlich vertretbare Maßnahmen Zeit
und finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Ein Bürgerforum,
dass ferngesteuert zu bereits feststehenden Beschlüssen kommen
soll, wird für lange Zeit das letzte gewesen sein und die
Glaub- und Vertrauenswürdigkeit der Gemeinde erschüttern.
- Das Bürgerforum und sein Ziel muß hinreichend
kommuniziert werden. Auf die Definition der Zielgruppe und
die Art der Einladung ist demnach großer Wert zu legen.
Die rechtzeitige Einladung gegebenenfalls mit Rückantwortmöglichkeit
erleichtert die Auswahl eines passenden Veranstaltungsortes. Interne
Teilnehmer (z.B. als Referenten, Experten u.ä.) nicht vergessen!
- Professionelle Moderation. Das Bürgerforum soll
fachgerecht und zielgerichtet moderiert werden. Bei der Wahl eines
internen Moderators müssen neben den entsprechenden Fähigkeiten
(bei Problemlösungsveranstaltungen) auch die "Neutralität"
gegeben sein.
- Klare Vorgehensweise. Sowohl der Ablauf als auch der
dafür vorgesehene zeitliche Rahmen müssen klar sein.
Am besten werden sie gemeinsam mit der Einladung bekanntgemacht
und am Veranstaltungsort nochmals mittels Flipchart visualisiert.
Sehr wichtig ist auch, am Ende der Veranstaltung das weitere Vorgehen
zu präsentieren und die ¬ wahrscheinlich gemeinsam festgelegten
- Termine nochmals bekanntzugeben. Auf Folgetermine sollte jeweils
schriftlich hingewiesen werden. Wenn es sich um ein längerfristiges
Projekt (z.B. Agenda 21) handelt, ist ein fixer Platz auf der
gemeindeeigenen Homepage auch ein geeignetes Informationsmedium.
- Weiteres Vorgehen. Die Arbeitsgruppen sollen von Zeit
zu Zeit wieder im Rahmen eines Bürgerforums zusammenkommen
um ihre Ergebnisse einander und auch der Gemeinde zu präsentieren.
Dazwischen kann die Arbeit ruhig den einzelnen Gruppen überlassen
werden. Eingeforderte Unterstützung ist aber jedenfalls zu
gewähren.
Ergebnisse
- bedarfsgerechter Bürgerservice
- Konkrete Lösungen zu einer bestimmten Frage
- Motivierte Arbeitsgruppen, die selbständig ein Thema bearbeiten
- Bessere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bürger oder
Bürgergruppen/Wirtschaft
Anwendungsmöglichkeiten
- Lösung eines bestimmten Problems (z.B. Standortfrage), nicht
aber wenn die Wogen bereits hoch gehen und zwei oder mehrere verfeindete
Gruppen einander kampfbereit gegenüberstehen. In diesem Fall ist
dann ein Mediationsverfahren gefragt.
- Bearbeitung eines offenen Themenbereiches wie etwa Erstellung
einer lokalen / regionalen Agenda 21 oder der Erstellung eines
Leitbildes.
- Überall dort, wo eine innovative Kommunalverwaltung die Meinung
von Bürger und/oder Bürgergruppen einholen will und sich deren
Mitarbeit sichern will!
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