Lokale Agenda 21: Praxis der Bürgerbeteiligung
Die häufigsten Probleme bei der Umsetzung der Agenda 21 auf
kommunaler Ebene  interne Widerstände, viele Ideen ohne Umsetzung,
Agenda als Wunschzettel an die Gemeindepolitik, abflauendes
Interesse - lassen sich mit sorgfältiger Vorbereitung, umfassender
Information und guter Strukturierung des Vorgehens in den
Griff bekommen.
Als ersten Schritt empfiehlt sich die Entwicklung von Leitzielen
im Bürgerforum unter Anleitung eines erfahrenen Moderators.
Die Leitziele werden vom Gemeinderat beschlossen und bilden
so den verbindlichen Rahmen für die weitere Arbeit.
Je Leitziel wird nun ein Arbeitskreis gebildet, in dem konkrete
Maßnahmen ausgearbeitet werden. Hier steht den Bürgern die
freie Wahl zu, ob sie in ihrem Arbeitskreis mit Gemeindepolitik
und -verwaltung zusammen- oder alleine arbeiten wollen.
Die letzte Variante ist an sich der Idealfall, birgt aber
in höherem Maße die Gefahr des 'Versandens'. Dem kann vorgebeugt
werden, wenn von Anbeginn an ein fixer Jahresablauf beschlossen
wird: im ersten Jahr werden vier Bürgerforen anberaumt, in
denen die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen, aber auch Projekte
der Verwaltung vorgestellt werden.
Eine gemeinsam festgelegte Auswahl der Maßnahmen wird zum
Agendaprogramm zusammengefasst und dieses vom Gemeinderat
beraten und beschlossen.
Zum Abschluß sei noch angemerkt, daß Erfolge auch gefeiert
werden müssen. Das letzte Bürgerforum im Jahr sollte daher
der Leistungsschau dienen. Dann macht der Agendaprozeß Spaß,
dann ist es ein Leichtes, wieder neue Ziele anzustreben und
den Schwung ins nächste Jahr mitzunehmen.
(Erschienen ersmals in KOMMUNAL, Juni 2001)
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